Vakuum-Abfallprüfung (Vacuum Decay Leak Test)

Was ist eine Vakuum-Abfallprüfung?

Die Vakuum-Abfallprüfung (Vacuum Decay) ist eine gängige Methode der Leckagemessung, die nach dem gleichen Prinzip wie die Druckabfallprüfung funktioniert, jedoch mit Unterdruck (Vakuum) arbeitet. Anstatt ein Produkt aufzupumpen, wird die Luft aus dem Inneren des Produkts evakuiert. Ein Anstieg des Drucks (Abnahme des Vakuums) über einen bestimmten Zeitraum deutet darauf hin, dass atmosphärische Luft durch ein Leck in das Bauteil eindringt. Diese Methode ist besonders vorteilhaft für Produkte, die im Betrieb Vakuum ausgesetzt sind oder die durch Überdruck verformt oder beschädigt werden könnten.

Wie wird eine Vakuum-Abfallprüfung durchgeführt?

Der Prüfzyklus einer Vakuum-Abfallprüfung besteht in der Regel aus den folgenden Phasen:

  1. Evakuieren (Evacuate): Das Prüfgerät zieht ein Vakuum im Testobjekt bis zu einem vordefinierten Zielwert. Ein Absolut- oder Manometersensor überwacht diesen Vorgang.
  2. Stabilisieren (Stabilize): Das Evakuierungsventil wird geschlossen. In dieser Phase lässt man dem System Zeit, sich zu beruhigen. Dies gleicht kleine Druckschwankungen aus, die durch Temperaturänderungen während der schnellen Evakuierung (adiabatische Effekte) entstehen können.
  3. Prüfen/Messen (Measure): Das Gerät misst nun den Anstieg des Drucks (Vakuumverlust) über eine festgelegte Zeitspanne. Ein hochpräziser Sensor erfasst dabei kleinste Veränderungen.
  4. Ergebnis: Der gemessene Druckanstieg wird mit den hinterlegten Grenzwerten verglichen. Bleibt das Vakuum stabil, gilt das Teil als "dicht" (Pass). Steigt der Druck über den Grenzwert, wird es als "undicht" (Fail) markiert.
  5. Belüften (Vent): Nach Abschluss der Messung wird das System belüftet, um den atmosphärischen Druck wiederherzustellen, damit das Teil sicher entnommen werden kann.
Vacuum Decay Test Pneumatic Diagram