Die Öffnungsdruckprüfung (Crack Leak Test): Präzise Ventil- und Bauteilprüfung
In der modernen Qualitätsüberwachung von fluidischen und pneumatischen Systemen ist die exakte Funktion von Druckbegrenzungs-, Dosier- und Rückschlagventilen entscheidend. Die Öffnungsdruckprüfung (Crack Leak Test) ist ein spezialisiertes Prüfverfahren, das den exakten Druckwert ermittelt, bei dem ein geschlossenes Bauteil mechanisch öffnet und das Medium (Luft oder Gas) kontrolliert durchströmen lässt.
Diese zerstörungsfreie Prüfung stellt sicher, dass Sicherheitsventile im Ernstfall rechtzeitig auslösen, Rückschlagventile den Rückfluss zuverlässig blockieren und medizinische Dosiersysteme exakt ansprechen.
Wann wird ein Crack-Leak-Test angewendet?
Grundsätzlich lässt sich ein Öffnungsereignis oft durch einen plötzlichen Druckabfall auf der Eingangsseite (Upstream) detektieren, sobald das Ventil öffnet. Es gibt jedoch kritische Bauteile, die extrem träge, progressiv oder langsam öffnen. In diesen Fällen reicht der Druckabfall auf der Eingangsseite nicht aus, um vom Standard-Messwertaufnehmer zuverlässig erfasst zu werden.
Das Uson-Prüfsystem löst diese messtechnische Herausforderung durch den Einsatz einer Zwei-Sensor-Konfiguration. Wenn ein Bauteil hochgradig schleichend öffnet, detektiert ein hochempfindlicher, nachgeschalteter Sensor auf der Ausgangsseite (Downstream) das Durchströmen der ersten Luftmoleküle.
Was ist eine Öffnungsdruckprüfung?
Eine Öffnungsdruckprüfung (Crack Leak Test) dient dazu, den präzisen Druck zu messen, bei dem ein Produkt – wie zum Beispiel ein Rückschlagventil – öffnet und Luft durchströmen lässt. Diese Methode wird bei Bauteilen angewendet, die nicht schnell genug öffnen, um einen plötzlichen Druckabfall auf der Eingangsseite (Upstream) zu verursachen. Falls ein Bauteil extrem langsam öffnet, ist ein optionaler nachgeschalteter Sensor erforderlich, um den Durchfluss zu erfassen.

Wie wird eine Öffnungsdruckprüfung durchgeführt?
Für diesen Test verwendet das Prüfgerät zwei Sensoren. Der Standard-Messwertaufnehmer misst den Druckanstieg auf der Eingangsseite des Prüfteils. Der zweite Sensor befindet sich auf der Ausgangsseite (Downstream). Das „Öffnungsereignis“ (Crack Event) wird als Änderung des Drucks oder des Durchflusses auf dieser Ausgangsseite definiert.
Während des Tests werden beide Sensoren gleichzeitig überwacht. Damit das Teil als „gut“ (Pass) bewertet wird, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein:
- Der erreichte Spitzendruck auf der Eingangsseite muss innerhalb des festgelegten Min/Max-Fensters liegen.
- Der Druck oder Durchfluss auf der Ausgangsseite muss den definierten Schwellenwert für das Ereignis überschreiten.
Sobald der Sensor auf der Ausgangsseite den Anstieg registriert, wird der aktuelle Druck auf der Eingangsseite als Öffnungsdruck festgehalten.


Typische Anwendungsbereiche der Uson-Prüfsysteme
Uson-Dichtheits- und Durchflussprüfgeräte mit Crack-Leak-Funktion sind weltweit in Branchen im Einsatz, in denen Null-Fehler-Toleranzen gelten:
- Medizintechnik (Medical Devices): Prüfung von Einweg-Rückschlagventilen in Infusionssets, Kathetern, Beatmungsschläuchen und sterilen Barriereventilen.
- Automobilindustrie (Automotive): Qualitätskontrolle von Kraftstoff-Rückschlagventilen, Kurbelgehäuseentlüftungen (PCV-Ventile) und Einspritzsystemen.
- Verpackungsindustrie: Überprüfung von Entgasungsventilen auf Kaffeeverpackungen oder Spezialverschlüssen für chemische Substanzen.
- Hydraulik & Pneumatik: Inline-Prüfung von klassischen industriellen Bypass- und Überdruckventilen in der Serienfertigung.