Prüfung versiegelter Komponenten (Sealed Component Leak Test)
Was ist eine Prüfung versiegelter Komponenten?
Die Prüfung versiegelter Komponenten (auch bekannt als „Glockenprüfung“ oder „Dump-Test“) wird für Produkte verwendet, die komplett verschlossen sind und keinen Anschluss für eine direkte Druckbeaufschlagung besitzen. Beispiele hierfür sind elektronische Gehäuse, Sensoren, Batterien oder medizinische Implantate. Da man keine Luft direkt in das Teil leiten kann, wird das Bauteil stattdessen in eine abgedichtete Prüfkammer (die „Glocke“) gelegt.

Wie wird eine Prüfung versiegelter Komponenten durchgeführt?
Der Prüfzyklus nutzt die Druckänderung innerhalb der Prüfkammer, um Lecks zu identifizieren. Der Ablauf ist wie folgt:
- Platzierung: Das versiegelte Bauteil wird in eine Prüfkammer gelegt, deren Innenvolumen nur geringfügig größer ist als das Bauteil selbst (um die Messempfindlichkeit zu maximieren).
- Druckbeaufschlagung (Fill): Die Kammer wird mit einem exakt definierten Luftvolumen unter Druck gesetzt.
- Stabilisierung (Stabilize): Das System wartet kurz, bis sich der Druck in der Kammer beruhigt hat.
- Prüfen/Messen (Measure): Das Prüfgerät überwacht den Druckabfall in der Kammer.
- Dichtes Bauteil: Da keine Luft in das Bauteil eindringen kann, bleibt der Druck in der Kammer konstant (bzw. innerhalb der Toleranz).
- Undichtes Bauteil: Luft entweicht aus der Kammer in das Innere des Bauteils. Dies führt zu einem messbaren Druckabfall in der Kammer.
- Grobleck-Erkennung: Wenn der Druck bereits während der Füllphase ungewöhnlich stark abfällt, erkennt das System sofort ein „Grobleck“ (Gross Leak).
- Ergebnis: Liegt der Druckabfall über dem Grenzwert, wird das Teil als „undicht“ (Fail) markiert.